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Reloaaaaad!

Ach ja, Leute, das Bloggen und ich werden wohl niemals beste Freunde werden.

Jetzt schulde ich euch schon über einen Monat an Ereignissen. Habe es ständig vor mir hergeschoben und das wird wohl auch immer so bleiben.

Zuerst einmal aber wünsche ich euch ein frohes Neues Jahr!

Wird aber auch Zeit, denken sich jetzt bestimmt einige von euch. Jein, das westliche Neujahr ist schon eine Weile her, aber genau heute ist das chinesische Neujahr nach dem Mondkalender.

Gestern Abend war ich denn auch ein bisschen Feuerwerk gucken. Sogar Tim, der alte Stubenhocker, ist mitgekommen. Waren einige nette Sachen dabei, aber gegen Rhein in Flammen oder die Heidelberger Schlossbeleuchtung verblasste es doch ziemlich. Es gab nicht einmal ein richtiges Finale. Ich wette in Beijing, Hongkong oder Shanghai ist da mehr los gewesen. Aber Kunming ist trotz seiner acht Millionen Einwohner nun mal immer noch Provinz.

Eigentlich sollte ich auch gar nicht hier sein, denn ursprünglich wollte ich am Dienstag mit Thomas und Cage per Zug zum heiligen Berg Emei reisen und dort die Neujahrstage verbringen. Leider habe ich aber in der Nacht von Sonntag auf Montag plötzlich Fieber bekommen und somit hatte sich das dann erledigt. Die beiden wollten mich zwar noch überreden, von wegen wir könnten ja langsam machen und die Karten wären ja schon gekauft und das wäre ja eine einmalige Gelegenheit und ach – ich denke aber es war die richtige Entscheidung, nicht zu gehen, wenn ich sehe, wie wir momentan die Nase läuft. Da wäre ich im schlimmsten Fall mit einer Lungenentzündung oder sowas zurück gekommen. Nein, danke!

Jetzt habe ich nur das Problem, dass ich vorratstechnisch überhaupt nicht darauf vorbereitet war/bin über die Feiertage hier zu sein, ergo ernähre ich mich momentan hauptsächlich von Sandwiches und Schokolade...hoffentlich hat der Carrefour morgen wieder auf.

Aber drehen wir die Uhr noch einmal zurück, und zwar auf zwei Wochen vor Weihnachten.

Ich habe euch nämlich noch überhaupt nicht von unserem Trip nach Qujing erzählt, Cages Heimatstadt.

Am Freitag, den 10.12.10 müsste es also gewesen sein, da haben Thomas, Cage, Björn und ich den ersten Zug nach Qujing genommen. Züge in China sind immer voll, egal um welche Uhrzeit, egal wohin. Und es scheint außer auf den neueren Strecken, wie z.B. zwischen Shanghai und Hongkong, nur ältere Züge zu geben, die unseren Regionalbahnen ähneln. Heißt also: Keine Abteile, keine 'Vierer' oder 'Zweier', wo man ein bisschen für sich ist. Nur 'Sechser'...und das – Achtung, Kalauer! – nicht im Lotto. War aber interessant, wenn ich nicht gerade geschlafen habe. So wurde ich von einem des Englischen mächtigen Chinesen gefragt, warum ich denn Englisch könne. Ähm...ja, wäre die bessere Frage nicht gewesen, warum ich Chinesisch könne? Deppen gibt’s.

Nach etwa 90 Minuten waren wir auch schon in Qujing angekommen und fuhren erstmal mit dem Bus ins Zentrum. Dort spazierten wir durch einen Park mit einer fantastischen Drachenstatue (ja, ich weiß, Fotos hochladen, hab ja auch nur 13 GB...) - ich suche immer noch nach einer schönen Miniatur von einem Drachen, kann doch echt nicht so schwer sein in China...

Danach gingen wir zu Cages Haus und lernten seine Eltern kennen – und den Hund, aber der steht nicht so auf Fremde. Das geilste an der Wohnung war, dass die einen extra Raum hatten, wo ein kleiner Käfig mit einem Hahn und einer Henne drin stand.

„Die sind nicht zum Essen da, die halten wir als Haustiere“, war die Erklärung der Mutter. Die Tiere sind wohl auch extra dafür gezüchtet und relativ teuer. Was es nicht alles gibt.

Zum Mittagessen wurden wir dann von Cages Eltern zum Hot-Pot eingeladen. Vor der Tür des Restaurants stand ein Gestell, an dem rohe Rinderflanken an Haken hingen. Ich befürchtete das Schlimmste, bekam aber den bisher besten Hot-Pot serviert. Absolut mageres Fleisch, keine Knochen oder Knorpel, nicht zu scharf, nicht zu fad, perfekt.

Nach dem Mittagessen und noch etwas Tee nahmen wir uns das elterliche Auto und gingen auf Erkundungstour.

Nach etlichen Kilometern durch Neubaugebiete, kommunistische Prunkbauten und danach Feld und halb verfallene Häuser, kamen wir an einem prächtigen mittelalterlichen Tor mitsamt einem Stück Mauer an. Zuvor hatten wir auf dem Weg schon einen kleinen Palast fotografieren können.

Es stellte sich heraus, dass all das extra für einen Film gebaut worden war und nun als Touristenattraktion diente. Hinter dem Tor verbarg sich ein richtiges kleines kaiserliches Refugium, komplett mit Tempel, Schlafräumen, Regierungssitz usw. Und nichts davon war von billiger Bauweise, alles aus Stein, Holz, Eisen, komplett mit den typischen farbenfrohen Verzierungen und allem drum und dran. Es schien fast als hätten einige ein schlechtes Gewissen wegen der Zerstörungen des vergangenen Jahrhunderts bekommen und versuchten nun so Wiedergutmachung zu leisten...und nebenbei ein bisschen Geld zu machen.

Zwei Tage später sollten wir in der Innenstadt von Qujing wieder ein riesiges Tor samt Mauer zu Gesicht bekommen, welches auch erst um die Jahrtausendwende gebaut worden war.

Ich sage: Lieber in so etwas Millionen investieren als in Militär oder die eigene korrupte Tasche.

Aber zurück zur Filmstadt.

Nachdem wir genug gesehen hatten, gingen wir einige Stufen hinauf, die uns hinter die Stadt in den Wald hinein führte. Das war aber nur der Anfang, denn die nächsten ein bis eineinhalb Stunden sollten wir nur noch Treppen steigen, immer weiter den Berg hinauf – abgesehen von einem Halt an einem buddhistischen Tempel und dann an einem weiteren an der Spitze, inklusive toller Aussicht auf Qujing. Und danach das ganze dann wieder runter.

Am Ende waren wir froh, uns wieder ins Auto setzen zu können. Abends gab es ausnahmsweise mal Hot-Pot zu essen, war allerdings bei weitem nicht so gut wie der am Mittag.

Nach dem Essen suchten Thomas, Björn und ich uns eine Bleibe für die Nacht, da in Cages Wohnung nicht genug Platz für alle war.

Ich hatte mich schon auf eine Dusche gefreut, die Frau an der Rezeption des Motels meinte, sie hätten warmes Wasser. Aber selbstverständlich war das nicht der Fall, sodass ich schön versifft ins Bett musste.

Am nächsten Morgen hatten wir eine sehr leckere Nudelvariante zum Frühstück, danach fuhren wir wieder mit dem Auto zu einer etwas entfernteren Sehenswürdigkeit, dem Sandwald. Wie der Name schon vermuten lässt, ist dor alles aus Sand und/oder Sandstein. Am Anfang gab es einige von Künstlern aus aller Welt gemachten Skulpturen zu bestaunen inklusive einem Labyrinth mit Statuen der 12 Tierkreiszeichen.

Danach kamen wir in den natürlich gewachsenen Bereich des Parks, mit Felswänden, Schluchten, Höhlen (die waren natürlich nicht natürlich) und und und, alles aus Sandstein. Im Anschluss daran gab es dann noch einmal Skulpturen zu bestaunen, basierend auf Märchen, Sagen und Legenden aus aller Welt...und Harry Potter.

Zu guter Letzt bestiegen wir dann noch einen Hügel, auf dem eine entscheidende Schlacht in der Zeit der drei Reiche stattgefunden haben soll. Da sich der Weg aber immer weiter zog, beschlossen wir schließlich umzukehren, Thomas meinte, soviel gäbe es da sowieso nicht zu sehen. Auf einem kleinen Trampelpfad konnte er uns allerdings noch eine interessante Geschichte erzählen, als wir an einem Loch in der Wand vorbei kamen: Angeblich soll durch eben diesen Pfad die Armee des Kaisers marschiert sein und in jenem Loch ist ein magnetischer Stein, der die Geräusche der Soldaten aufgenommen hat. Wenn man nun einen ebenfalls magnetischen Gegenstand an diesen Stein hält, soll man nachts, wenn alles ruhig ist, die Stimmen der Vergangenheit hören können. Unbedingt nochmal hingehen und das ausprobieren!

Nach diesem lohnenden Tagesausflug kam dann das beste unseres Trips: Wir mieteten uns für die Nacht in ein Spa ein! Mit heißem Erholungsbecken, Sauna, Buffet, alles, was das Herz nach den Strapazen der vergangenen zwei Tage begehrte. Ich war mittlerweile so verschwitzt, dass ich mich gleich zweimal heiß geduscht habe.

Leider musste ich mir im Badebereich ständig nackte Chinesen ansehen, denn am Anfang sperrte man alle seine Sachen weg und bekam immer frische Spa-Klammotten nach dem Baden, Badehosen gab's aber nicht...und Gemischtbaden leider auch nicht.

War denn aber auch egal, denn Baden, Sauna und vollfressen war einfach eine unglaubliche Wohltat. Es gab sogar zweimal Abendessen, einmal um sechs und einmal um elf – und in der Vorstadt verhungern die Kinder, so muss das doch.

Die einzige Enttäuschung war, dass wir kein richtiges Bett bekamen, sondern auf improvisierten Schlafstätten auf dem Boden schlafen mussten, weil es so voll war. Offensichtlich wird man beim Einchecken nicht gefragt, ob man übernachten will oder nicht und dementsprechend kann man kein Bett reservieren. Umso bitterer war das ganze, da an jedem Bett ein Fernseher installiert war. Da hätte ich schön Bundesliga gucken können, was natürlich einer zwei Reihen vor uns gemacht hat...ich hatte den Jingle wieder erkannt.

Bis auf diesen Wermutstropfen war es aber echt der Hammer.

Am Sonntag haben wir uns dann noch besagtes Tor angesehen und einen Park. Auf dem Berg hinter diesem Park stand eine Pagode, die wir eigentlich besichtigen wollten, aber aus irgendeinem Grund hatten wir dafür keine Zeit mehr und sind stattdessen zu Cage nach Hause gegangen, wo man Björn und mir Májiàng (麻將, bei uns besser bekannt als Mahjongg) beigebracht hat.

Das hat mich etwas säuerlich gestimmt, denn die Pagode hätte ich gerne gesehen und Mahjongg hätten sie uns auch bei anderer Gelegenheit näher bringen können.

Wie dem auch sei, abends sind wir dann mit dem Zug zurück nach Kunming, was diesen Wochenendausflug zu einem Ende brachte.


Springen wir jetzt wieder zwei Wochen vor zum ersten Weihnachtstag. Davor erinnere ich mich sowieso nicht mehr an viel außer, dass wir mit Chris irgendwann nochmal in Kundu waren, weil er über Weihnachten und Neujahr nach Frankreich geflogen ist. Er meinte, er komme im Februar wieder. Hoffentlich bald, ich brauche doch meinen Wingman in Kundu. :D

Aber zurück zum Weihnachtstag.

Wie ich ja schon in meinem Eintrag von Heilig Abend erwähnte, waren Björn und ich von Cage zu einer christlichen Weihnachtsfeier eingeladen worden. Das ganze fand aber nicht etwa in einer Kirche, sondern in einem Veranstaltungsraum eines Hotels statt. Immerhin stand in einer Ecke ein (künstlicher) Weihnachtsbaum mit (kitschiger elektrischer) Beleuchtung.

Der Raum war ziemlich voll, ich würde sagen es waren an die hundert bis hundert-fünfzig Leute anwesend. Genau weiß ich es nicht mehr, da ich ziemlich weit vorne saß. Am Anfang wurden einige der „neuen Freunde“ gebeten, sich vorzustellen und zu erzählen, über wen sie hierher gefunden haben. Selbstverständlich war ich einer der Glücklichen.

Es war aber eine ganz nette Veranstaltung mit Tanz- und Theatervorführungen, gemeinsamem Singen und Beten und Bibelquiz. Erwartungsgemäß wurde auch eine Frage an die Freunde aus Deutschland gestellt: Welches ist das längste Buch der Bibel? Bibelfest wie Björn und ich sind sagten wir nach kurzer Beratung zuversichtlich Genesis uuuuuund lagen natürlich komplett falsch. Die richtige Antwort wären die Psalmen gewesen. Wusste ich natürlich, aber um den Minderwertigkeitskomplex vieler Chinesen wissend hab ich mich absichtlich dumm gestellt.

Gegen Ende wurde es dann aber unfassbar langweilig, als einer aus der Gemeinde eine ellenlange Predigt über einige Bibelverse gehalten hat. Spätestens da habe ich mich wie in der Kirche gefühlt.

Aber immerhin hatte ich was ich wollte, ein bisschen Weihnachtsatmosphäre.

So hab ich denn am Ende, obwohl ich die Frage „Glaubst du an Jesus“ mit nein beantworten musste, auch noch mein Wichtelgeschenk bekommen: ein Gehirn aus Schaumstoff, auf dem vorne 'Think' und hinten 'Abbott' draufsteht und noch eine kleinere Version als Schlüsselanhänger...grandios. Und ich hatte mir noch sau die Gedanken gemacht, was ich kaufen soll und mich schließlich für Schokolade entschieden. Naja, was soll's.

An Silvester stieg im Studentenwohnheim an der Uni eine kleine Party mit Alkohol, lauter Musik und bekloppten Vietnamesen – so, wie es sich gehört. Schön war's, der gemeinsame Countdown und eine Runde Neujahrsglückwünsche danach mit allen, die man aus der Schule so kennt.

Mit obligatorischer Trunkenheit, selbstredend:

Jonathan, seines Zeichens Peruaner: Markuuuus, ich dachte schon, du hättest mich vergessen!

Ich: Wir haben uns schon beglückwünscht. ^^

Jonathan: Echt? Aaaaach, egal! Prost! :D

Nach Mitternacht und aufräumen dann, ebenfalls obligatorisch, nach Kundu und da dick Party gemacht. Und natürlich hab ich dort auch Thomas und Cage getroffen, die haben auch nix besseres zu tun. An jenem Abend hatte ich auch endlich mal Gelegenheit ein paar Worte mit einem Japaner von meiner Schule, Masahiro-san, auszutauschen. Unfassbar, wieviel ich in so kurzer Zeit schon wieder verlernt habe. Ich habe mich in der Folge prompt zu mehr Anime und japanischer Musik verdonnert, Strafe muss sein!

So, damit wären wir zumindest schonmal im Neuen Jahr angekommen. In den nächsten Tagen kommt dann mein Ferienbericht bis zum aktuellen Stand. Das wird mindestens nochmal genauso viel, schließlich war mein werter Herr Vater mich besuchen und wir haben einiges unternommen.

3.2.11 13:39
 


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