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So nah' und doch so fern

Was lange währt wird endlich gut, sprich: Fifa ist endlich da. Hat ja auch nur zwei Wochen gedauert.

Aber die Zustellung selbst durch den Lieferdienst an mich war auch wieder lachhaft umständlich.

Letzte Woche Donnerstag (also am 4.11.) hatte ich mal wieder die Trackingnummer auf der EMS-Webseite eingegeben. Ich hatte eigentlich schon erwartet wieder keine Ergebnisse zu bekommen, aber dieses Mal spuckte die Seite tatsächlich etwas aus. Und zwar war das Paket bereits in Kunming angekommen. Ich hatte also die berechtigte Hoffnung, das Spiel am Wochenende endlich in Händen halten zu können. Wie naiv ich doch war...

Am Freitag bekam ich während des Mittagessens tatsächlich einen Anruf vom Postboten, er stünde vor meiner Tür und keiner wäre da. Ich war wie gesagt in der Stadt beim Mittagessen und konnte nicht weg, also bat ich ihn, es bei den Nachbarn zu versuchen. Dort war aber auch niemand (was sich später als Glück herausstellen sollte). Dann fragte ich ihn, ob er später nochmal kommen könnte, was er bejahte. Also machten wir zwei Uhr aus.

Um kurz nach zwei rief er dann wieder an, „Ich stehe vor Ihrer Tür, können Sie bitte auf machen?“ Also hab ich auf gemacht, es kam aber niemand hoch. Ich also Schuhe angezogen und runtergesprintet – niemand da. Ich dachte schon das dürfe doch nicht wahr sein, steht der jetzt vor dem falschen Haus oder was? Aber auch im Rest des Blocks kein Lieferant zu sehen.

Dann klingelte wieder mein Handy:

„Warum machen Sie nicht auf?“

„Ich hab aufgemacht und bin raus gekommen, Sie sind aber nicht da und stehen wohl vor dem falschen Haus!“

„Oh, hm...wissen sie wo die Basketballplätze bei Ihnen sind? Dann treffen wir uns dort.“

Doch auch dort war der Typ nicht.

Und wieder rief mich jemand an.

Dieses Mal war es eine Frau, sie fragte mich ob die Adresse denn stimme. Dann sagte sie noch etwas, was ich nicht verstand, worauf hin sie eiskalt aufgelegt hat (das machen die echt immer, die versuchen erst gar nicht einem zu helfen sie zu verstehen).

Danach rief wieder der Lieferant an, er sehe mich nicht. Er fragte mich dann auch noch einmal nach der Adresse und da klingelte es bei mir, dieses mal aber nicht das Handy: er war an der falschen Schule. Es gibt in Kunming nämlich zwei Mettalurgie-Schulen – was ich dem Versandhandel auch extra geschrieben hatte, offensichtlich aber wieder keinen interessiert hat.

Er fragte mich dann, ob ich noch Zeit hätte. Ich verstand nicht ganz ob am gleichen Tag oder am nächsten, habe es aber natürlich bejaht. Ich bin danach aber Fußball spielen gegangen, Björn und sein Sprachpartner waren ja da.

Aber natürlich hat der Lieferant sich nicht blicken lassen und auch nicht angerufen.

Abends sind Björn, Chris und ich nichtsdestotrotz gemütlich einen Trinken gegangen. Chris wollte uns natürlich wieder dazu überreden nach Kundu zu gehen, aber besonders ich war nach diesem Tag viel zu müde dafür, sodass er letztendlich alleine gegangen ist.

Am nächsten Morgen um neun ging dann wieder mein Handy, welches ich in weiser Voraussicht angelassen hatte – normalerweise mache ich es des nachts immer aus. Zu meiner Freude war es der Lieferant, er fragte noch einmal welche Schule es denn jetzt sei. Also nannte ich ihm nochmal den genauen Namen und die Straße, woraufhin er meinte, dass er das Paket im Laufe des Tages liefern würde.

Also wartete ich...und wartete und wartete.

Ich blieb extra den ganzen Tag zuhause, um den Typ auch ja nicht zu verpassen, dementsprechend mies drauf war ich, als es schon dunkel war und er mal wieder nicht auftauchte.

Sonntag dann das gleiche Spielchen. Naja, ich musste ja auch noch ein bisschen für die in den folgenden Tagen anstehenden Klausuren lernen, also hatte ich mir sowieso nichts großartig vorgenommen.

Montag hatte ich dann Hörverständnis-Klausur. War ganz ok denke ich, Ergebnis weiß ich noch nicht.

Vor der Klausur hatte ich Grammatik. Mitten im Unterricht vibrierte mein Handy – ein Anruf. Ich bin dann einfach raus und habe ihn angenommen. Eine Frau brabbelte irgendwas auf Chinesisch. Da ich den Lieferanten und somit eine Männerstimme erwartet hatte, habe ich sie beim ersten Mal nicht verstanden. Als ich sie bat sich zu wiederholen, hörte ich „Wir haben ihr Päckchen! Tun sie genau, was wir sagen und es wird ihm nichts passieren!“

Ok, den zweiten Satz hatte sie nicht gesagt, aber irgendwie hätte es gepasst. :D

Ich hatte immer noch nicht mitbekommen, mit wem genau ich da sprach, also fragte ich noch einmal nach.

„Von der Schule, an der sie wohnen.“

„Aaaah, alles klar, und wo genau?“

„Direkt neben dem Haupttor.“

Nach der Schule habe ich mich erst noch mit Simon getroffen zwecks Filme und Musik austauschen. Danach dann umgehend zum Haupttor und in das unscheinbare Häuschen daneben, was mir vorher noch nie so wirklich aufgefallen war. Ich dachte ursprünglich nämlich, dass der Lieferant das vielleicht bei den Wachen abgegeben hatte und wusste überhaupt nicht, dass es eine zentrale Annahmestelle für alle Häuser auf dem Campus gibt.

Witzigerweise kamen letztlich beide Kopien von Fifa an, die mir der Versandhandel geschickt hatte – wahrscheinlich, weil der Lieferservice das erste anhand des zweiten schließlich doch zuordnen konnte.

Auf einem der Päckchen fand ich dann noch einen vom Lieferanten darauf geschriebenen Adresszusatz, mit dem sich in Zukunft die Verwechslung mit der anderen Schule wohl vermeiden lässt.

Joa, jetzt hab ich es endlich...und es ist mal wieder voller Fehler und die Support-Foren von wütenden Käufern belagert – aber das ist eine andere Geschichte. Mir macht es bisher dennoch viel Spaß, wohl auch gerade deshalb weil es so eine Mammutaufgabe war dran zu kommen.

Was war denn sonst noch so diese Woche?

Dienstag hatte ich Konversationsklausur. Hat nur zehn Minuten gedauert, man musste ein paar Zeichen vorlesen, Fragen mündlich beantworten usw. Ich war als dritter dran und somit ziemlich schnell und früh fertig. Vorgestern gab's das Ergebnis: 86%! Ganz ok, wobei ich bei der zweiten Aufgabe nicht wirklich weiß, wo ich sieben Punkte hab liegen lassen sollen. Da diese Klausur aber nur 20% der Endnote ausmacht, hatte ich nicht wirklich das Bedürfnis die Lehrerin danach zu fragen.

Nachmittags bin ich mit Chris dann wieder Fußball spielen gegangen und konnte ihm auch endlich mal eine schöne Vorlage geben, die er eiskalt verwandelte.

Mittwoch dann die letzte Klausur, Grammatik. Wie erwartet war sie genauso aufgebaut, wie ich es schon von meiner Chinesischlehrerin in Deutschland kannte. Ewig viel Aufgaben, ewig viel zu schreiben, 120 Minuten Zeit, wobei die Lehrerin am Ende noch ein bisschen was dazu gegeben hat. Das Kuriose war, dass sie während der Klausur immer mal wieder den Raum verließ, was viele natürlich zum 'Informationsaustausch' nutzten. Ich ausnahmsweise mal nicht, da ich im Großen und Ganzen keine Probleme hatte. Bin mal gespannt, was dabei heraus kommt.

Björn hatte sich die Tage vor und während den Klausuren voll reingehängt ins Lernen. Jeden Tag saß er bis zu acht Stunden am Tisch und hat gebüffelt. Teilweise ist er morgens aufgestanden, nicht zum Unterricht gegangen und hat stattdessen gelernt. Bewundernswert, ich könnte das nicht, nach höchstens drei Stunden ist bei mir für den Rest des Tages die Konzentration verbraucht.

Bewundernswert also, aber übertrieben, wenn man bedenkt, dass die Klausuren nur 20% ausmachen. Zu seiner Verteidigung muss man allerdings sagen, dass uns das erst im Laufe der Woche erklärt wurde – gut, dass ich so oder so nie wirklich viel lerne(n muss).

Mittwochnachmittag war denn ausnahmsweise mal Fußball angesagt. Ein Tor und zwei Torvorlagen gingen auf mein Konto. Allerdings hatten wir die letzten Male dennoch keine Fortune. Wir haben zwar meistens gut gespielt, waren aber vor dem Tor zu ineffektiv und haben dann hinten irgendso ein blödes Ding rein bekommen, weil mal wieder keiner den Torwart gemacht hat. Wenn ich die Schnauze voll hatte bin ich dann hinten geblieben, und solange war es meistens auch gut, aber nach einer Weile bin ich dann auch wieder nach vorne.

Chris und ich wollen jetzt versuchen ein paar Leute zu finden, mit denen wir immer ein festes Team bilden, damit ein bisschen mehr Organisation ins Spiel kommt. Zu diesem Zweck hat er auch Björn dazu überredet mitzuspielen. Ich glaube nicht, dass er gut spielen kann, aber dann haben wir vielleicht wenigstens schon mal einen, der immer hinten bleibt.

Freitag waren wir dann nach längerer Zeit mal wieder in Kundu, aber war nicht ganz so lustig wie sonst immer. Wir waren dennoch bis morgens um sechs unterwegs, sodass wir uns beim Mäcces einen Frühstücksburger genehmigen konnten. War das erste Mal, dass ich einen McEgg gegessen habe, war aber echt nicht schlecht.

Heute war dann also nix los, bin erst um vier aufgestanden.

Morgen ist wohl wieder Fußball angesagt.

13.11.10 17:12
 


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