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Crying at the Discotheque

'Kurzer' aktueller Einschub, bevor es mit den 'alten' Erinnerungen weiter geht. ^^

Ich habe ja im Moment Ferien und war passend dazu direkt mal krank, Fieber und Durchfall/Bauchschmerzen.

Nun war ich schon kurz davor zum Arzt zu gehen, als ich Samstagabend einen Apfel aß und es mir danach schlagartig besser ging. Sonntag hatte ich dann auch keine Probleme mehr und so bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich wohl eine leichte Form von Skorbut hatte. Wenn ich jetzt so drüber nachdenke, hatte ich seit meinem Abflug nicht mehr wirklich Obst gegessen und auch keine Fruchtsäfte getrunken. Immer nur Reis und Fleisch und gekochtes Grünzeug und dazu meistens Wasser getrunken. Kein Wunder, wenn da die Vitamine fehlen.

Also hol ich mir ab jetzt immer Äpfel und Bananen und irgendwelche Säfte und dann läuft das.

Ich hab mir denn auch keine Pause gegönnt und bin noch am Sonntagabend mit Björn, dessen Sprachpartner Chuck (Chinese, die geben sich immer ausländische Namen) und noch Zweien von unserer Schule (Chris, ein Franzose und Xinni, eine Thailänderin) weggegangen.

Zuerst sind wir in eine Bar nahe der Uni gegangen und haben uns bei einem Bierchen gemütlich ein bisschen unterhalten. Wobei ich gar nicht so gemütlich saß, die Tische und Stühle im ersten Stock waren extrem niedrig – und dabei ist das eine Bar von und für Westler.

Danach haben wir uns dann ein bzw. zwei Taxis genommen und uns nach Kundu fahren lassen, dem bereits erwähnten Amüsierviertel.

Dort angekommen lotste Björn uns zu einem Schuppen, in dem er schonmal gewesen war und der ganz gut wäre. Der Laden gefiel mir auch ganz gut, es gab nur ein Problem: Wir waren so ziemlich die ersten Gäste, und es war schon halb elf oder so.

Egal, wir haben uns also hingesetzt und eine Runde Gin Tonic bestellt (mit Runde meine ich eine Flasche für alle, dazu Tonic in Dosen und jeder mixt sich selbst...20 Euro für alle zusammen glaube ich). Joa...eine Zeit lang war es dann so ein bisschen langweilig, weil nicht wirklich viele Leute kamen und die Stimmung somit ausblieb.

Schließlich wurde dann aber der Billardtisch frei und ich habe gegen einen Ami gespielt. Es lief am Anfang extrem gut, ich hab souverän eine Kugel nach der anderen versenkt und als ich noch eine plus die Schwarze hatte, waren es beim ihm noch ganze fünf. Dann erstmal absolut nichts getroffen und ihn rankommen lassen, hab dann am Ende aber gewonnen. Insgesamt hab ich ihn 3:0 abgezogen und einige richtig schöne Stöße dabei gehabt, mit Bande und wat weiß ich. Zwischendurch hatte er mal eine Freundin spielen lassen, an deren Niveau ich mich dann irgendwie angepasst hatte, aber ansonsten war ich sehr zufrieden mit meiner Leistung. :D

Nach meinem Triumph habe ich dann Björn das Feld überlassen (der gegen 'ne Frau verlor, pfff...) und mich wieder dem Alkohol gewidmet. Unser Chinese war mittlerweile kurz eingenickt – um halb zwölf...schon bitter – und so gegen zwölf, halb eins entschließen wir uns dann, die Location zu wechseln.

Wir sind also in einen Club ganz in der Nähe gegangen.

Die Musik im Laden davor war ja schon laut, aber hier musste man sich anschreien und hat sein Gegenüber dennoch nicht verstanden. Die Bedienung wusste nicht mal bei Chuck was er ihr sagen wollte, als es ums Bestellen der Getränke ging.

Und dann kam der Knaller, wir haben Shot-Gläser bekommen, eine Kanne mit Eis darin und ein Dutzend Dosen Bier, welches dann in die Kanne und von da wiederum in die Gläser gefüllt wurde. Kurzum: Wir haben Bier aus Schnapsgläsern getrunken! Ich dachte ich werd' nicht mehr, wir sind doch hier nicht im Kindergarten! Da wir ein Glas zu viel hatten, hab ich mir das dann noch zusätzlich genommen, damit ich überhaupt was davon hatte.

Wenigstens war der Laden gerammelt voll und die Musik war auch gar nicht so schlecht.

Nachdem wir eine Weile da so rumstanden, dachte ich mir „komm, reden is' hier sowieso nicht, jetzt wird gedanct“. Also Xinni gefragt ob sie tanzen will und ab dafür.

Merke: Frauen, egal aus welchem Land und was sie zuvor gesagt haben mögen, wollen immer tanzen. Punkt.

Timo (Kumpel aus Trier für die, die es nicht wissen) hatte mir mal erzählt, dass es in China unmöglich sei, sich auf der Tanzfläche zu blamieren, da die meisten Chinesen ziemlich abspacken würden (zu gut Deutsch: sie können es nicht). Wie recht er doch hatte, jedenfalls auf die Männer trifft das oft zu. Da fiel sogar Björn kaum auf, der schon ziemlich betrunken war und auch dementsprechend tanzte.

Ein bisschen später hab ich dann bemerkt, wie so ein Chinese Xinni ziemlich aufdringlich angetanzt hat. Und da mir ihre Gestik verriet, dass ihr das so gar nicht recht war, hab ich ihn kurzerhand angetippt und ihm mit einer eindeutigen Handbewegung deutlich gemacht, dass er sich verziehen soll. Das hat er dann auch umgehend gemacht.

Ich denke man kann sich vorstellen wie un-fass-bar cool ich mir vorkam. Ich hätte wohl genauso gut eine auf's Maul bekommen können. Aber der Typ war kleiner als ich (wie fast alle hier) und ich hatte mein 'Ich bin Westler, leg dich nicht mit mir an'-Gesicht aufgesetzt, von daher war das Risiko nicht allzu groß denke ich. :D

Wir blieben dann noch in jener Disco bis die Musik aus und das Licht an ging. War so halb sechs Uhr morgens.

Als wir rauskamen mussten wir auf Björn warten, der auf einmal 'ne Chinesin an sich hängen hatte. Nach kurzer Diskussion haben wir ihn dann mit ihr alleine gelassen und ein Taxi nach Hause genommen.

Am Metallurgy Institute angekommen, dachten Chuck und ich, dass es wohl gar keine so gute Idee war, Björn zurück zu lassen, da er doch sehr betrunken war und wir außerdem den Verdacht hatten, dass die Chinesin ein leichtes Mädchen war. Also rief ich ihn an, fragte ob alles in Ordnung wäre und sagte, dass er in ein Taxi steigen und sie irgendwie los werden sollte. Das hatte dann auch letztendlich funktioniert und Björn meinte am nächsten Morgen, dass es wohl besser so gewesen wäre.

Am nächsten Tag waren wir denn auch entsprechend fertig und haben nicht wirklich viel gemacht.

Dienstag bin ich auch wieder erst um drei aufgestanden, Björn war nicht da.

Als er abends wieder kam (war wandern mit irgendwelchen Chinesen), fragte er ob ich noch was vorhätte, Chris wolle wieder in einen Club gehen.

Ich hatte eigentlich nicht soooo viel Lust, dachte mir aber was soll's.

Also wieder mit Chris und Xinni nach Kundu.

Dieses mal waren wir in einen Club namens „Apple-Bar“ gegangen, wo die Empfangsdamen und -herren aus welchem Grund auch immer in blauen Mao-Anzügen rumliefen.

Es war auch ziemlich teuer dort und es hatte wieder eine ganze Weile gedauert, bis wir was zu trinken hatten. Dafür gab es aufwändig gestalteten Obstteller dazu und ein Rahmenprogramm mit Livegesang und jonglierenden Barkeepern.

Nach kurzer Zeit wurde ich von einer Chinesin angesprochen, von wegen ich wäre „very handsome“. Es war mal wieder ziemlich laut und als nächstes hatte ich nur etwas mit 'motel' verstanden. Ich dachte mir nur ok, die lässt ja nichts anbrennen. Da ich mir aber nicht sicher war, fragte ich noch zweimal nach. Schließlich buchstabierte sie dann: m-o-d-e-l.

Fast das gleiche, aber sie fragte mich ob ich nicht modeln wolle!

Das war noch witziger als mein erster Gedanke, weil einfach völlig unerwartet.

Ich sagte ich hätte so etwas noch nie gemacht, aber wenn die Bezahlung stimmt, warum nicht. Wir tauschten also Kontaktdaten aus und sie fragte danach auch noch Chris – Björn nicht, eine Runde Mitleid bitte. Sie blieb dann auch noch eine ganze Weile an unserem Tisch, gab uns eine Runde Bier aus und wir unterhielten uns. Es stand auch noch ein Chinese bei uns, ich wusste aber nicht genau wieso und irgendwann war der auch wieder weg. Mu Yan (die Chinesin) meinte, als sie auch ging, dass sie uns am kommenden Morgen gegen halb zwölf anrufen würde.

Wir sind kurz darauf auf gegangen und wieder in die Disko vom Vortag. Dieses Mal gab's das Bier immerhin schon in größeren Whiskeygläsern. Vielleicht bekommen wir da ja irgendwann mal richtige Biergläser, wenn es so weiter geht.

Naja, wir haben dann wieder getanzt und bla, war aber nicht so lustig wie am Sonntag.

Obwohl einmal musste ich sau lachen, als mir so ein oder zwei Typen in Anzug und Mantel auf der Tanzfläche aufgefallen sind, die mit Händen in den Jackentaschen da standen und einfach überhaupt nicht ins Bild passten. Und nein Ahmet, es waren bestimmt keine Regierungsspitzel, dafür sahen die viel zu affig aus. :P

Es ward dann doch wieder fünf Uhr als wir nach Hause kamen und ich kam wieder nicht vor sechs ins Bett.

Um Elf klingelte dann mein Wecker und ich wartete im Halbschlaf auf Mu Yans Anruf. Der kam denn auch umgehend und Chris und ich trafen uns mit ihr um ein Uhr in der Stadt.

Wir aßen zuerst zu Mittag und nahmen dann ein Taxi zu dem Designerstudio, für das wir arbeiten sollten. Dort trafen wir dann noch einen Amerikaner, der auch 'rekrutiert' worden war.

Dann sollten wir unsere Größen aufschreiben, aber keiner von uns wusste genau was er ankreuzen sollte, da in China ja alles etwas anders ist.

Mu Yan erklärte uns dann, dass am Freitag eine Modenschau wäre, eine Stunde von Kunming entfernt. Es würde von morgens acht Uhr bis abends dauern und wir müssten fünf Mal auf den Laufsteg mit jeweils 2 bis 3 Mal Kleidung wechseln.

Das wichtigste war aber immer noch nicht geklärt, und zwar unsere Bezahlung. Sie versuchte die Managerin zu erreichen, die war allerdings gerade im Krankenhaus und so würde sie uns am nächsten Tag Bescheid geben.

Als wir dort fertig waren bin ich noch ein bisschen in der Stadt rumgelaufen und habe einen bestimmten Elekronikladen gesucht, zwecks Fernseherkauf.

Ich fand ihn schließlich und ging in den zweiten Stock – alles voller Fernseher, die Abteilungen in Media Markt oder Saturn sind ein Witz dagegen.

Ich wurde natürlich wieder direkt angesprochen, sofort waren zwei bis drei Verkäufer an mir dran, die aber wohl eher an mir als Westler denn als Kunde interessiert waren.

Sie boten mir einen Sitzplatz und eine Flasche Wasser an und begannen sich mit mir zu unterhalten, wo ich herkäme und so weiter und so fort.

Übrigens habe ich in den letzten Tagen wer weiß wie oft „德国好极了!“ (deguo haojile!; Deutschland ist super!) oder ähnliches gehört. Wenn man sagt, dass man aus Deutschland kommt, ist man sofort der King.

Ich habe dann ganze zwei Stunden bei denen verbracht, weil es einfach Spaß gemacht hat, sich mit denen zu unterhalten und ihnen bei der Arbeit zuzusehen. Mit einem, Jing Hong, habe ich mich besonders gut verstanden, er sprach auch ziemlich gut Englisch. Zwischendurch hab ich mir von ihm dann auch ein oder zwei Fernseher zeigen lassen. Am Ende haben wir sogar Telefonnummern ausgetauscht...so kann's gehen. Leider meinte er, dass er am Samstag nach Shenzhen zurück geht, aber da er erwähnte, dass er in Zukunft bei dem Laden hier arbeiten würde (war wohl ein Azubi), denke ich doch mal, dass er irgendwann zurück kommt.

Zum Abschied fragte er ob er mich umarmen dürfe, was ich irgendwie lustig und liebenswert zugleich fand.

Danach bin ich dann nach Hause und war wieder unglaublich ausgelaugt, aber sehr gut drauf.

Während ich diesen Eintrag geschrieben hatte, hat mir Mu Yan leider mitgeteilt, dass die Veranstaltung morgen aufgrund des schlechten Wetters ins Wasser fällt (es regnet jetzt seit knapp 20 Stunden ununterbrochen). Aber gut, dafür kann ich dann morgen Abend Fußball gucken gehen, die chinesische Nationalmannschaft spielt hier in Kunming gegen Syrien. Absolutes Topspiel! xD

7.10.10 13:31
 


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bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Ahmet (7.10.10 15:10)
das waren 100 pro regierungsspitzel

affig aussehn ist vllt ein grund aber kein hindernis !


Markus (9.10.10 17:32)
Ähm...ja, was auch immer. Aber wenn du dich demnächst beobachtet fühlst weißte ja warum, ne?


flo / Website (11.10.10 12:43)
lustig und liebenswert zugleich = homo!!!

^^

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