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Und weiter

Die Fotos müssen noch ein bisschen warten, hab hier nur 10Mb Speicherplatz und imageshack wird geblockt, mal sehen wie ich das mache. ^^

 

 

28.08.

Nach extrem erholsamem Schlaf – im Hostel war es angenehm ruhig – bin ich so um neun aufgewacht und hatte unfassbaren Hunger. Klar, hatte ich seit dem Frühstück im Flugzeug am Tag zuvor doch nichts mehr gegessen. Was macht also ein ob dem chinesischen Esssensangebot verunsicherter Westler? Rrrrrischtisch, er sucht sich den nächsten McDonalds und bestellt sich ein schönes großes Big Mac-Menü für umgerechnet 2,80€.

Derart gestärkt konnte es dann auch endlich richtig losgehen.

Also auf zum großen Torturm vom Vortag. Ich vergaß übrigens zu erwähnen, dass dahinter nochmal einer kommt. Am Fuße desselben wurden wir dann auch direkt von einer netten Dame darauf aufmerksam gemacht, dass man ihn für ein geringes Entgelt besteigen konnte. Also rauf, Fotos gemacht und die Ausstellung drinnen begutachtet. Im zweiten Stock hat uns dann so ein Typ angelabert, von wegen er sei Kunststudent und möchte uns seine Werke zeigen. Ich dachte mir direkt: Der will uns seine 'Kunst' andrehen.

Dem war tatsächlich so, seine Bilder (wenn sie denn wirklich von ihm waren) stellten verschiedene Sinnsprüche des Konfuzius dar. Natürlich wäre jedes davon einzigartig und er würde es so nie wieder malen (klaaaar). Björn hatte sich dennoch dazu entschieden eins zu kaufen. Sie waren auch eigentlich nicht so schlecht und nicht sehr teuer, aber ich hab es lieber sein gelassen, allein schon weil der Typ zu viel gelabert und zu sehr auf gut Freund gemacht hat.

Danach sind wir wieder runter vom Turm und weiter zum Tian'anmen-Platz. Die Halle der Volkshelden haben wir uns nur von außen gegeben. Auf dem Weg wurden wir schon wieder angesprochen, dieses Mal von zwei jungen Frauen die behaupteten Studentinnen zu sein und mit uns labern und einen trinken gehen wollten. Damals dachte ich noch die Lügen, sie sahen aus wie 16 oder 17. Mittlerweile weiß ich aber, dass die einfach alle so klein und jung aussehend sind.

Jedenfalls sind wir auf das Angebot nicht eingegangen, denn erstens hatten wir schon von sowas gehört, die schleppen einen in eine teure Bar und man muss dann bezahlen, und zweitens sahen die echt nicht gut aus. Und Drittens hatten wir nicht wirklich Zeit, wir wollten schließlich in die Verbotene Stadt.

So sind wir also weiter zum Tian'anmen-Platz, haben dort ein bisschen demonstriert und sind dann über die Straße bzw. drunter durch zum Tian'anmen selbst, dem Eingang zum Kaiserpalast. In der Unterführung wurde ich schon wieder von einem selbsternannten Kunststudenten angesprochen, er hätte in einem kleinen Seiteneingang des Palastes eine Ausstellung, da käme man auch einfacher in die Stadt rein weil dort nicht so viel los wäre, blablabla. Schnell abgewimmelt und zum Tor des himmlischen Friedens rein, der Weg rechts und links gesäumt von Sicherheitsbeamten.

Es ist mir schon damals aufgefallen und es sollte sich danach bestätigen: In China stehen nahezu überall Polizisten und Wachleute, an jeder Straßenkreuzung, an längeren Straßen in regelmäßigen Abständen in ihren lustigen kleinen Ständen. Im Eingangsbereich jeder noch so kleinen Bankfiliale steht ein Posten mit Helm und Schutzweste, jeder Campus, jeder größere zusammenhängende Wohnblock ist abgegrenzt und wird 24 Stunden lang bewacht. Es soll den Menschen wohl ein Gefühl von Sicherheit geben, denn mehr ist es nicht. Klar, im Notfall ist es gut, so einen Typen in der Nähe zu haben, aber wirklich schützen können die niemanden. Aufgehalten wird auch nur, wer wirklich nicht ins Bild zu passen scheint, ansonsten sitzen die den ganzen Tag nur rum und geben ankommenden Autos irgendwelche Karten, deren Sinn sich mir bis heute nicht erschlossen hat. Um den Tian'anmen-Platz herum exerzieren übrigens den ganzen Tag Soldaten in Polizeiuniform.

Aber ich schweife minimal ab, zurück zur Verbotenen Stadt.

Ich überlege gerade, was ich darüber schreiben soll. Nicht allzu viel, denn es würde diesem umwerfenden Bauwerk niemals gerecht werden. Ich denke Bilder oder Videos schaffen das eher. Was ich sagen kann ist, dass es zurecht als 'Stadt' bezeichnet wird, es ist einfach unglaublich groß. Wir waren drei oder vier Stunden darin unterwegs und haben vielleicht gerade mal 60% davon gesehen. A propos 60, soviele Yuan hatte auch der Eintritt gekostet, angemessen denke ich, auch wenn man für eine Ausstellung noch extra hätte bezahlen müssen.

Vor dem Kartenschalter wurden wir auch von einer Frau angesprochen, die uns eine Führung anbot. Björn wollte es machen, und es wäre vielleicht wirklich interessant gewesen, aber mir war die Frau echt zu klein, ich hätte mich ständig bücken müssen um sie zu verstehen. Außerdem standen an den meisten Gebäuden und Ausstellungsstücken erklärende Schilder. Und zu guter Letzt erkunde ich so ein riesiges Gebilde lieber auf eigene Faust.

Wie gesagt, ich möchte hier gar nichts groß beschreiben, würde auch zu lang und langweilig werden.

Um vier Uhr oder so war schon Schließung, also sind wir raus. Ich musste schmunzeln, als ich auf der Straße eine junge, gut aussehende Chinesin sah, die gerade versuchte einen westlichen Touristen davon zu überzeugen sich ihre Bilder anzusehen.

Wir sind dann außen um die Verbotene Stadt herum, um in den dahinter liegenden Jingshan-Park zu gelangen. Unterwegs wurden wir natürlich von jedem Rikscha-Fahrer angesprochen und von einem Typen, der Tagesausflüge zur Großen Mauer anbietet (was wirklich interessant und ordentlich klang).

Zum Jingshan selbst kann ich wieder nicht viel sagen, hab genug Bilder dazu. Aber die Aussicht von der Pagode an der Spitze aus war wirklich fantastisch, genau wie die Luft. Überhaupt war der Himmel die ganzen drei Tage lang überraschend klar, von Smogbelastung haben wir nichts gemerkt. Während wir da oben eine Pause einlegten, dachten wir uns wie gerne wir Beijing vor hundert oder hundertfünfzig Jahren gesehen hätten, als es noch mehr solche Plätze wie die Verbotene Stadt oder jenen Park gab.

Heute ist das meiste davon verloren und es wurde vieles gebaut, was überhaupt nicht in die Szenerie passt. Leider haben sich die Chinesen, nachdem während der Kulturrevolution sowieso schon vieles zerstört wurde und verloren ging, bis vor ein paar Jahren kaum um die Erhaltung ihres Kulturerbes gekümmert. Altstädte, wie man sie in Europa zuhauf sieht, sucht man in China meist vergeblich. Wirklich sehr schade, ich hoffe, dass die Bemühungen das, was noch übrig ist, zu erhalten weiter verstärkt werden.

Nachdem wir uns ein wenig erholt hatten wollte ich unbedingt die berühmte Einkaufsstraße Wangfujing sehen. Es war nicht allzu weit weg, also gingen wir hin. Ich wurde nicht enttäuscht, ein riesiges Kaufhaus am anderen, alles in schillerndem Neonlicht. Allerdings nicht ganz so lang, wie ich sie mir vorgestellt hatte.

Da es mittlerweile Abend war mussten wir uns Gedanken ums Essen machen. Wir sind also in eine Seitenstraße der Wangfujing gegangen, die wieder dieses nette Chinatown-Flair hatte. Restaurant an Restaurant, alle hatten nur ein paar Tische und drei oder vier Gerichte. Wir hatten mal wieder keine Ahnung, also folgten wir der Aufforderung einer netten Kellnerin, setzten uns an einen Tisch und bestellten gebratene Nudeln und Qingdao-Bier (gebraut nach deutschem Reinheitsgebot, da ehemalige Kolonie :D). Hat nicht schlecht geschmeckt, war aber übelst ölig. Das Öl diente nicht etwa als Soße, sondern die Nudeln badeten geradezu darin.

Als wir fertig waren, liefen wir noch ein bisschen in dieser Straße herum und bestaunten die exotischen Köstlichkeiten (Skorpione und Seestern, mmmh).

Danach gingen wir langsam zum Hostel zurück, nutzten noch ein bisschen das kostenlose Internet und gingen dann pennen.


29.08.

Unser Flug nach Kunming ging abends um neun, also hatten wir noch den ganzen Tag Zeit. Wir überlegten, ob wir uns den Sommerpalast oder den [hab den Namen vergessen]-Park ansehen sollten und entschieden uns für letzteren, da man dort hinlaufen konnte und wir somit flexibler waren. Darüber hinaus dachten wir, dass so ein Park zum Abschluss einfach gechillter wäre.

Naja, auf der Hauptachse war einiges los, aber auf den Seitenwegen war es dann tatsächlich schön friedlich. Immer wieder sah man tanzende oder singende Chinesen, überwiegend ältere Leute, ich hab mich wie in einer Doku gefühlt.

Der Haupttempel diente dem Kaiser übrigens dazu, für eine gute Ernte zu beten und es gibt in jenem Park einen extra 'Palast der Enthaltsamkeit', in dem der Kaiser die Tage vor dem Opferritual verbracht hatte. Leider war dieser wegen Sanierungsarbeiten nicht zugänglich.

So toll die chinesische Architektur auch ist, von Gärten haben die nicht so viel Ahnung. Der Park war zwar sehr grün, aber das meiste war doch relativ ungepflegt und der Rosengarten war eine echte Enttäuschung. Da lobe ich mir doch Versailles und Co.

Als wir genug gesehen hatten gingen wir über diverse Nebenstraßen zurück zu unserem Viertel, immer auf der Suche nach einer guten Gelegenheit zum Essen. Das Problem war meistens, dass wir einfach nicht wirklich wussten, was es gab und Bestellen ist wirklich schwierig, weil die Zeichen der Gerichte nicht alltäglich sind.

Wir sind dann schließlich in der abgekartetsten Gegend in das siffigste 'Restaurant' gegangen, wo kein Schwein drin saß (immer ein schlechtes Zeichen). Ok, es war auch keine Essenszeit, aber dennoch. Das Bestellen erwies sich wie erwartet als schwierig, wir hatten im Endeffekt viel mehr als wir essen konnten und wissen teilweise bis heute nicht, was genau es war. Auf jeden Fall Kartoffeln mit Fleisch und Soße, Reis und etwas, das uns mittlerweile als 'Hot Pot' bekannt ist und was es überall in Kunming gibt. Es war wirklich nicht das sauberste Restaurant und wir hatten bedenken, dass wir später im Flugzeug ständig das Klo besetzen würden, aber glücklicherweise sollte das nicht der Fall sein. Wir waren denn auch die Attraktion, nach und nach füllte sich der Raum mit Leuten, die nicht wirklich zum Essen kamen. Es verirren sich wohl nicht oft Touristen in diese Gegend.

Nach dem Essen gingen wir zurück zum Hostel, chillten noch ein bisschen in der Lounge und nahmen dann unser Gepäck und ein Taxi zum Flughafen. Der Taxifahrer war redseliger und sympathischer als der am Freitag, und so konnten wir uns etwas mit ihm unterhalten („Ihr kommt aus Deutschland? Dann kennt ihr doch Schumacher – ich bin Schumacher“, meinte er bezogen auf seine Fahrweise).

Am Flughafen standen wir dann ewig für das Einchecken an, irgendwie haben es chinesische Angestellte nicht so mit Schnelligkeit. Die Kassierer im Carrefour hier in Kunming brauchen auch immer ewig. Nachdem sie dann unser um bestimmt 10 Kilo zu schweres Gepäck anstandslos angenommen hatten, genehmigten wir uns noch ein Häagen-Dazs (Preise wie bei uns) und stiegen ins Flugzeug.

Um ein Uhr nachts kamen wir in Kunming an und wurden dort schon von Tina [Name geändert] und ihrem Mann erwartet, bei denen wir die nächste Woche per bed-and-breakfast verbringen sollten.

 

21.9.10 21:08
 


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